Piercing - Ein Überblick

Piercings gehören zu freiwilligen Veränderungen am Körper des Menschen, bei denen Schmuckelemente durch die Haut, Fett- oder Knorpelgewebe eingefügt werden. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort "to pierce" ab, was durchbohren oder durchstechen bedeutet.
Piercings sind keine moderne Erfindung, sondern sie besitzen eine lange Tradition. Seit Jahrtausenden gehört das Piercen zu zahlreichen Kulturen, die meist Naturstoffe verwenden. Es dient dort jedoch nicht nur zum Schmücken sondern auch zur Abgrenzung zwischen Stämmen, als Teil von Riten oder zur Markierung von Lebensabschnitten, z.B. den Übergang vom Kind zum Erwachsenen.
Dennoch sind einige Arten der Piercings moderner Natur. In den 1970ern begannen sie auch die westliche Welt zu erobern. Waren sie zunächst nur in einigen Randgruppen wie bei den Hippies, Punks und Homosexuellen zu finden, sind sie seit den 90ern ein fester Bestandteil der Jugendkultur.
Heute gibt es im Prinzip kein Körperteil, der nicht gepierct wird. Sowohl Ohr, Gesicht und Mundraum als auch Oberkörper und Intimbereich bieten Oberfläche für den Körperschmuck. Auch in der Vielfalt der Beschaffenheit des Schmucks lässt sich kaum der Überblick behalten.
Je nach durchstochener Körperstelle, Material und Reinigung dauert der Heilungsprozess bei einem frischen Piercing wenige Wochen bis zu mehreren Monaten, wobei es auch zu schwereren Entzündungen oder gar Abstoßung des Piercings kommen kann. Die Kosten für die Behandlung von Entzündungen infolge des Stechens oder von Spätfolgen wie Narben, Verwachsungen o.Ä. werden in Deutschland meist nicht von den Krankenkassen übernommen, da Piercen als mutwillige Körperbeschädigung angesehen wird.
Generell dürfen Minderjährige in der BRD nur mit Einverständnis der Eltern gepierct werden.

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